Blog · 8. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Design für PowerPoint erstellen: Konzept statt Bild

Design für PowerPoint erstellen heißt: ein Farbschema und eine Schriftkombination in Worten holen, kein fertiges Bild. Ablauf, Beispiel, der Denkfehler.

Konzept, nicht Bild. Farben als Code. An echter Folie testen.

Design für PowerPoint erstellen heißt in der Praxis meist: ein Farbschema, eine Schriftkombination und eine Grundstimmung für eine Präsentation finden, bevor die erste Folie entsteht. Der Denkfehler, der die meisten Ergebnisse unbrauchbar macht: Ein KI-Werkzeug um „ein Design" bitten klingt nach einem fertigen Bild — und genau das liefern viele Werkzeuge auch, eine hübsche Beispielfolie als Grafik. Das Problem dabei: Eine Grafik ist kein PowerPoint-Design. Der Text in ihr lässt sich nicht bearbeiten, die Farben nicht auf andere Folien übertragen, und jede weitere Folie braucht ein neues Bild, das garantiert leicht anders aussieht als die erste.

Wofür sich das im Büroalltag eignet

  • Mehrere Design-Richtungen in Worten vergleichen, bevor eine Stunde in eine einzelne Variante fließt — drei Farbschemata und Stimmungsbeschreibungen lassen sich in Minuten gegenüberstellen.
  • Ein Farbschema mit konkreten Hex-Codes und eine Schriftkombination vorschlagen lassen, passend zu Thema, Zielgruppe und gewünschtem Ton.
  • Einen schriftlichen Design-Auftrag formulieren lassen, der sich direkt an eine Masterfolie oder eine Designvorlage weitergeben lässt.
  • Eine bestehende, zu generische Farbgebung — das übliche Standardblau — gezielt durch eine Alternative ersetzen lassen, die zum Thema passt.

Nicht geeignet ist es, um eine fertige Folie als Bild erzeugen zu lassen und diese als Design-Grundlage zu verwenden — der Text darin ist unveränderlich, und jede neue Folie braucht ein eigenes, nicht notwendig passendes Bild. Und nicht geeignet ist es, ein bestehendes Corporate-Design-Handbuch zu ersetzen: Gibt es verbindliche Farben und Schriften für das Unternehmen, gelten die, unabhängig davon, was ein KI-Vorschlag für passender hält.

Ein Ablauf, der beim Konzept bleibt statt beim Bild zu landen

  1. Beschreibe Thema, Zielgruppe und gewünschten Ton der Präsentation, und frag ausdrücklich nach einem Farbschema mit drei bis vier Hex-Codes und einer Schriftkombination — nicht nach einem Bild oder einer Beispielfolie.
  2. Lass dir zwei bis drei unterschiedliche Richtungen vorschlagen, nicht nur eine, und vergleiche sie anhand der beschriebenen Stimmung, nicht nur anhand der Hex-Codes selbst.
  3. Übertrag das gewählte Farbschema über Entwurf > Varianten > Farben > Farben anpassen in die Designfarben der Präsentation, und die Schriftkombination über Varianten > Schriftarten — nicht per Hand auf jeder einzelnen Folie.
  4. Teste das Ergebnis an einer Folie mit echtem Inhalt — Fließtext, einer Tabelle, einem Diagramm — statt nur an der leeren Titelfolie. Ein Farbschema, das auf der Titelfolie elegant wirkt, kann auf einer dichten Folie mit kleiner Schrift zu wenig Kontrast haben.

Ein Beispiel von Anfang bis Ende

Nimm eine Präsentation zum Thema nachhaltige Lieferketten für den Vorstand. Prompt unvollständig: „Erstelle mir ein Design für meine PowerPoint-Präsentation über nachhaltige Lieferketten." Ergebnis: ein einzelnes Bild einer Beispielfolie mit grünem Verlauf und eingebranntem Beispieltext. Die zweite angefragte Folie sieht in Farbverlauf und Schriftgröße bereits leicht anders aus als die erste, und der Text lässt sich nicht durch die eigenen Inhalte ersetzen, ohne das Bild komplett neu erzeugen zu lassen.

Prompt vollständig: „Schlage ein Farbschema mit drei Hex-Codes und eine Schriftkombination für eine PowerPoint-Präsentation zum Thema nachhaltige Lieferketten vor. Zielgruppe: Vorstand. Ton: sachlich und zurückhaltend, kein Standard-Firmenblau. Keine Bildgenerierung, nur Farbcodes und Schriftnamen mit kurzer Begründung." Ergebnis: ein gedecktes Graugrün, ein warmes Sandbeige und ein dunkles Blaugrau als Hex-Codes, dazu eine serifenlose Überschriftsschrift und eine zweite, etwas wärmere Schrift für Fließtext — ein schriftlicher Vorschlag, der sich direkt in die Designfarben der Masterfolie eintragen lässt und auf jeder Folie gleich bleibt.

Warum genau dieser Fehler so häufig passiert

Eine Anfrage wie „erstelle ein Design" ist mehrdeutig, und viele KI-Werkzeuge lösen die Mehrdeutigkeit zugunsten des eindrucksvolleren Ergebnisses auf: ein generiertes Bild wirkt auf den ersten Blick fertiger als eine Liste mit drei Hex-Codes, auch wenn Letzteres das eigentlich brauchbare Ergebnis ist. PowerPoint selbst kennt kein Bild als Design — es kennt Designfarben, Schriftarten und Layouts als eigene, strukturierte Einstellungen, die sich konsistent auf jede Folie anwenden. Eine Anfrage, die genau danach fragt, statt nach „einem Design" allgemein, bekommt entsprechend auch das strukturierte Ergebnis statt der Grafik.

Ob das vorgeschlagene Farbschema am Ende wirklich lesbar ist, bleibt trotzdem eine Prüfung, die ein Mensch übernimmt — ein Kontrast, der am Bildschirm ausreichend wirkt, kann im abgedunkelten Besprechungsraum oder im Ausdruck zu gering sein. Die OECD-Leitlinien zu KI benennen diese Prüfverantwortung ausdrücklich, unabhängig vom eingesetzten Werkzeug. Wie schnell sich solche Werkzeuge insgesamt weiterentwickeln, verfolgt der Stanford AI Index über mehrere Jahre.

Wie verbreitet KI-Werkzeuge für Präsentationen bereits sind

Der Bitkom erhebt regelmäßig, wie viele deutsche Unternehmen generative KI-Werkzeuge inzwischen einsetzen — Präsentationswerkzeuge eingeschlossen. Welche Gestaltungsaufgaben sich davon technisch grundsätzlich automatisieren lassen, untersucht laufend das IAB.

Genau die Fähigkeit, einen vagen Auftrag in eine konkrete, umsetzbare Anfrage zu übersetzen — Hex-Codes statt „ein schönes Design" —, ist Teil dessen, wofür der Arbeitsmarkt laut PwC AI Jobs Barometer einen deutlichen Gehaltsaufschlag zahlt, unabhängig davon, ob die Aufgabe eine Folie, eine Tabelle oder ein Text ist.

Was du am Montag ausprobierst

  1. Frag ausdrücklich nach Hex-Codes und Schriftnamen, nicht nach einem Bild oder einer Beispielfolie.
  2. Lass dir zwei bis drei Richtungen vorschlagen und vergleiche sie anhand der Stimmung, nicht nur der Farbwerte.
  3. Trag das gewählte Schema über Entwurf > Varianten in die Designfarben ein, nicht per Hand auf einzelnen Folien.
  4. Teste das Ergebnis an einer Folie mit echtem Fließtext oder einer Tabelle, nicht nur an der Titelfolie.

Das gewählte Farbschema landet am saubersten in einer Masterfolie, statt es auf jeder einzelnen Folie neu zu setzen — der komplette Ablauf dafür steht in Masterfolie bei PowerPoint erstellen. Geht es dir weniger um Farben und Schrift als um die Folie-für-Folie-Gestaltung von Inhalt und Aufbau, zeigt PowerPoint wie gestalten diesen Teil im Detail, und Gute PowerPoint-Präsentation geht noch einen Schritt weiter zu Aufbau, Zahlen und Vortrag selbst. Soll das fertige Design stattdessen in eine bereits bestehende, fremde Vorlage eingetragen werden, zeigt PowerPoint Vorlage bearbeiten, wie das gelingt, ohne das fremde Design zu zerlegen. Brauchst du dasselbe Farbschema jeden Monat für eine neue Präsentation, spart Custom GPT erstellen die Arbeit, den Auftrag jedes Mal neu zu formulieren.

Der Prüfschritt selbst — ein Ergebnis an echtem Inhalt testen, statt es auf der Titelfolie zu belassen — ist derselbe wie bei jeder anderen KI-Aufgabe im Büro, ausführlicher beschrieben in KI im Büro.

Genau diese Fähigkeit — einen vagen Auftrag konkret formulieren und das Ergebnis an echtem Inhalt prüfen — vermittelt Coursium in kurzen Lektionen fürs Handy. Bleib der KI voraus mit Übungen an echten Aufgaben statt an Demo-Folien. Mehr zu diesem Ansatz steht über Coursium.

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