Kimi K3.1 Pro und Datenschutz: Training, Speicherort, DSGVO
Kimi K3.1 Pro startete am 23. Oktober 2026. Was Moonshots Datenschutzerklärungen zu Training und Speicherort sagen, was zur DSGVO fehlt, welcher Zugang passt.
Die kurze Antwort zuerst: Kimi K3.1 Pro ist ein starkes Modell, und die Datenschutzfrage hängt weniger am Modell als am Zugang. In der Chat-App erlauben Moonshots Datenschutzerklärungen, dass deine Eingaben zum Training verwendet werden, und einen Schalter dagegen beschreiben sie nicht. Über die API nennt Moonshot dagegen Zero Data Retention. Gleiches Modell, sehr unterschiedliche Bedingungen.
Moonshot AI hat K3.1 Pro am 23. Oktober 2026 veröffentlicht. Dieser Artikel stützt sich auf Moonshots Ankündigung, die beiden veröffentlichten Datenschutzerklärungen und die Berichterstattung. Wir haben das Modell nicht selbst getestet, und das hier ist keine Rechtsberatung.
Was Kimi K3.1 Pro ist
K3.1 Pro ist ein nachtrainiertes Upgrade von Kimi K3, das Moonshot im Juli herausgebracht hat, und das erste Modell einer neuen K3.1-Reihe. Es verarbeitet bis zu eine Million Tokens Kontext, daneben gibt es die schnellere Variante K3.1 Pro Highspeed. Laut The Decoder landet es auf Platz vier des Intelligence Index von Artificial Analysis, und die API-Preise sinken um ein Drittel auf 2 US-Dollar je Million Eingabe- und 10 US-Dollar je Million Ausgabe-Tokens.
Zum Start läuft es auf der Kimi-Website, in den Apps, in Kimi Work, in Kimi Code und über die API. Die vollständigen Modellgewichte sollen bis zum 4. November 2026 erscheinen. Bis dahin läuft K3.1 Pro nur auf Moonshots eigenen Servern, und genau dort wird die Datenschutzerklärung wichtig.
Was die Datenschutzerklärungen sagen
Es gibt zwei. Die Ankündigung verlinkt die Datenschutzerklärung von kimi.ai, Stand 13. August 2026, mit NOVASCENT PRIVATE LIMITED als Betreiber. Die Datenschutzerklärung von kimi.com, gültig seit 31. August 2026, stammt von der Beijing Moonshot Technology Co., Ltd. Maßgeblich ist die der Seite, bei der du dich tatsächlich anmeldest.
- Training: Laut kimi.ai werden Nutzerinhalte unter anderem zum Training und zur Optimierung der KI verwendet. Laut kimi.com werden Ein- und Ausgaben nach einer Anonymisierung zur Optimierung der Modelle genutzt.
- Widerspruch: Eine Einstellung dafür beschreibt keine der beiden. Laut kimi.com wendest du dich an den Kundenservice, wenn deine Inhalte nicht ins Training sollen. Laut kimi.ai widerrufst du eine Einwilligung über den Datenschutzkontakt.
- Speicherort: kimi.ai schreibt, deine Daten könnten auf Servern außerhalb deines Wohnsitzlandes liegen, ohne ein Land zu nennen. kimi.com schreibt, personenbezogene Daten würden in der Volksrepublik China gespeichert.
- Speicherdauer: Beide sprechen nur von „so lange wie nötig“, eine feste Frist für Chats nennen sie nicht.
- Regionale Regeln: kimi.ai hat einen eigenen Abschnitt für Menschen in den USA. Einen Abschnitt zur EU oder zur DSGVO und einen EU-Vertreter haben wir in keinem der beiden Texte gefunden.
Was das aus DSGVO-Sicht bedeutet
Die DSGVO erlaubt Übermittlungen in Drittländer nur unter bestimmten Bedingungen, etwa mit Standardvertragsklauseln. Ob Moonshot solche Garantien für EU-Nutzer vorsieht, sagen die beiden Texte nicht. Das ist eine Lücke in der Dokumentation, kein Nachweis eines Verstoßes.
Ein Vergleichsfall zeigt, warum die Frage nicht theoretisch ist. Die Berliner Datenschutzbeauftragte hat im Juni 2025 die Apps von DeepSeek bei Apple und Google als rechtswidrig gemeldet, weil Daten deutscher Nutzer nach China gingen, ohne dass ein gleichwertiger Schutz belegt war, wie netzpolitik.org berichtet. Das betraf ein anderes Unternehmen. Zu Kimi ist uns kein solches Verfahren bekannt. Plausibel ist, dass dieselben Fragen gestellt werden, belegt ist es nicht.
Wer K3.1 Pro beruflich mit Kundendaten nutzen will, braucht deshalb dasselbe wie bei jedem KI-Anbieter: einen Auftragsverarbeitungsvertrag und klare Angaben zum Serverstandort. Die Grundlagen dazu stehen in KI datenschutzkonform nutzen.
API und Business-Tarife sind ein anderer Fall
Laut Ankündigung gibt es für API-Kunden Zero Data Retention, und in Kimi Enterprise ist das neue Modell zum Start ausgeschaltet, bis ein Admin es freigibt. Für Kimi Business verspricht Moonshot Datenschutz auf Unternehmensniveau und getrennte private und Firmenkonten. Die Verträge dahinter verlinkt die Ankündigung nicht. Ein Unternehmen sollte sie schriftlich haben, bevor es sich darauf verlässt.
Ein dritter Weg kommt mit den offenen Gewichten. Läuft das Modell auf eigener Hardware, gelten Moonshots Datenschutzerklärungen gar nicht mehr. Dieselbe Abwägung gab es bei Metas offenem Modell, beschrieben in Muse Spark Open und Datenschutz, und beim kleinen Coding-Modell in Recursive Flint in Deutschland.
Welche Sicherheitsarbeit Moonshot beschreibt
Moonshot schreibt, es habe Cyber-Daten aus Mid-Training und Reinforcement Learning entfernt, damit die offenen Gewichte die Grenze bei Hacking-Fähigkeiten nicht verschieben. Im eigenen Schwachstellen-Test löste ein Zwischenstand ohne diese Filter 90,5 % der Aufgaben, das veröffentlichte Modell 81,0 %. SiliconANGLE ergänzt, dass es bei öffentlichen Cyber-Benchmarks deutlich hinter GPT-6 Astra und Claude Opus 5.5 liegt. Google ist bei seinem Spitzenmodell einen anderen Weg gegangen, siehe Gemini 4 Argon und Datenschutz.
Außerdem meldet Moonshot weniger erfundene Aussagen in einem internen Stresstest, von 23,4 % bei K3 auf 8,3 %, und schreibt selbst, dass diese Werte nicht die Fehlerquote im Alltag abbilden. Ein Modell, das seltener falsch liegt, liegt trotzdem manchmal falsch. Die Ausgabe zu prüfen bleibt deine Aufgabe.
Was die Ankündigung offenlässt
- Eine System- oder Modellkarte für K3.1 Pro und den Namen der Lizenz für die kommenden Gewichte.
- Welche Datenschutzerklärung für welche App gilt, wenn du kimi.ai und kimi.com nutzt.
- Wie lange API-Anfragen ohne Zero Data Retention gespeichert werden.
- Ob Kimi Work und Kimi Code anders behandelt werden als der Chat.
Ein praktischer Umgang damit
- In der App nur mit öffentlichem Material testen: veröffentlichte Berichte, eigene unkritische Entwürfe, offener Code.
- Für alles mit Personen- oder Kundendaten: API mit bestätigter Zero Data Retention, ein Business-Tarif mit schriftlichem Vertrag, oder auf die Gewichte warten.
- Mit dem Dienstkonto erst anmelden, wenn die KI-Richtlinie deines Arbeitgebers diesen Anbieter abdeckt.
- Mit offenen Modellen aus Europa vergleichen. Mistral Large 4 und Datenschutz beschreibt eine Alternative mit eigenen Vorschau-Bedingungen.
Coursium ist eine App, mit der du lernst, KI im Beruf zu nutzen, und sie ist im App Store. Modelle wie K3.1 Pro kommen inzwischen alle paar Wochen. Eine Datenschutzerklärung richtig lesen, den passenden Zugang wählen und die Ergebnisse prüfen, das bleibt auch beim nächsten Modell gleich. Wenn du das üben willst, schau dir Coursium an.
Häufige Fragen
Ist Kimi K3.1 Pro DSGVO-konform?
Das lässt sich aus den veröffentlichten Texten nicht sagen. Die Datenschutzerklärungen von kimi.ai und kimi.com enthalten keinen EU-Abschnitt und keinen EU-Vertreter, und kimi.com nennt China als Speicherort. Für berufliche Nutzung mit Personendaten brauchst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag.
Trainiert Kimi mit meinen Chats?
Beide Datenschutzerklärungen sagen, dass Nutzerinhalte zum Training oder zur Optimierung der Modelle verwendet werden. Laut kimi.com kannst du über den Kundenservice widersprechen. Eine Einstellung in der App beschreiben sie nicht.
Wo speichert Kimi meine Daten?
Die Datenschutzerklärung von kimi.com, herausgegeben von Beijing Moonshot Technology, nennt die Volksrepublik China. Die von kimi.ai schreibt nur, dass Daten außerhalb deines Wohnsitzlandes gespeichert werden können.
Wann erscheinen die offenen Gewichte von Kimi K3.1 Pro?
Laut Moonshot bis zum 4. November 2026. Die Lizenz hat Moonshot noch nicht genannt.