Blog · 23. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

PowerPoint-Präsentation lustig: Ablauf statt Zufallswitze

Wie eine lustige PowerPoint-Präsentation mit KI entsteht: ernstes Kennzahlen-Format, eigenes Insider-Detail, ein Prüfschritt gegen Witze, die daneben liegen.

Ernst als Stilmittel. Insider selbst einfügen. Fünf Folien reichen.

Eine lustige PowerPoint-Präsentation entsteht fast nie aus einem lustigen Thema. Sie entsteht daraus, ein banales Thema — die Kaffeetasse am Arbeitsplatz, die immer gleiche Ausrede zum Zuspätkommen, den Karton, der seit einem Jahr neben dem Drucker steht — mit der vollen Ernsthaftigkeit einer Quartalspräsentation zu behandeln. Kennzahlen, Trendpfeile, ein Fazit mit „Handlungsempfehlung". Der Kontrast zwischen Thema und Tonfall ist der Witz, nicht eine Pointe am Ende.

Genau da scheitert der naheliegende Prompt. „Erstelle eine lustige Präsentation über Kaffee im Büro" liefert bei ChatGPT, Copilot oder Gemini meist erzwungene Wortspiele und generische Kalauer, die zu jedem Büro der Welt passen würden. Das Modell kennt weder die konkrete Kaffeemaschine noch die Person, die immer die letzte Tasse nimmt und nie neuen aufsetzt — und genau dieses Detail ist die Stelle, an der ein Publikum tatsächlich lacht.

Was eine lustige Präsentation tatsächlich lustig macht

  • Ein banales Thema, keine offensichtlich komische Idee — je gewöhnlicher der Gegenstand, desto größer der Kontrast zur seriösen Aufmachung.
  • Der Business-Jargon bleibt echt: „Marktanteil", „Skalierung", „Roadmap" — verwendet auf eine Kaffeetasse, nicht durch offensichtliche Fantasiebegriffe ersetzt.
  • Mindestens ein Insider-Detail, das nur die anwesende Gruppe versteht. Das kann kein Modell liefern, weil es den gemeinsamen Moment nicht kennt.
  • Kurz bleiben. Fünf bis acht Folien für eine Feier oder eine Runde PowerPoint-Karaoke, nicht zwanzig — der Witz trägt keine lange Präsentation.

Ein KI-Werkzeug übernimmt zuverlässig den ersten Teil: die seriöse Form. Was es nicht kann, ist der zweite Teil — das konkrete Insider-Detail, das die Präsentation von einer generischen Vorlage zu etwas macht, das im Raum tatsächlich verfängt. Diese Aufteilung entscheidet, ob am Ende eine originelle Präsentation steht oder eine, die wie aus einem Vorlagenpaket wirkt.

Ein Ablauf, der auch beim zweiten Versuch noch trägt

  1. Wähl zuerst das banale Thema — etwas, das in der Gruppe wirklich existiert, nicht ein austauschbares Beispiel wie „Montage" oder „Meetings allgemein".
  2. Lass dir nur die Gliederung im Kennzahlen-Stil vorschlagen: Ausgangslage, Marktanalyse, Trendprognose, Handlungsempfehlung — noch ohne einen einzigen Insider-Bezug.
  3. Trag die konkreten Details selbst ein: den Namen der Kaffeemaschine, das Datum, an dem der Karton neben dem Drucker aufgetaucht ist, den Satz, den jemand wirklich gesagt hat.
  4. Lass dir für jede Folie einen Titel im ernsten Ton vorschlagen — „Marktdurchdringung Q3" statt „Lustiger Kaffee-Titel" — und behalte nur die, die tatsächlich zum eigenen Detail passen.
  5. Lies die fertige Präsentation einmal mit der Frage: Lacht hier jemand über die Situation, oder über eine Person, die dabei schlecht wegkommt? Im Zweifel raus damit — der Unterschied entscheidet, ob die Feier gut in Erinnerung bleibt.

Ein Beispiel von Anfang bis Ende

Schwacher Prompt: „Mach eine lustige Präsentation über die Kaffeeküche." Ergebnis: eine Folie mit dem Titel „Kaffee ist Leben" und drei allgemeinen Kalauern, die auf jede Kaffeeküche der Welt passen würden — niemand im Raum erkennt die eigene wieder.

Vollständiger Prompt: „Schlag mir eine Gliederung für sechs Folien vor, Stil einer internen Quartalspräsentation, Thema ist ein fiktives Unternehmen namens Kaffeeküche 3. OG GmbH. Abschnitte: Ausgangslage, Wettbewerbsanalyse, Risikofaktoren, Handlungsempfehlung. Noch keine Inhalte, nur die Struktur." Das Ergebnis ist ein seriöses Gerüst, in das anschließend die eigenen Details eingesetzt werden: „Risikofaktor 1: Frau Nowak aus der Buchhaltung nimmt konsequent die letzte Tasse und setzt nie neuen Kaffee auf, dokumentiert seit März." Genau dieser Satz, nicht die KI-Gliederung, ist der Moment, in dem die Runde lacht.

Wo die Werkzeuggrenzen liegen

Ein von einem Modell erzeugtes Bild — etwa ein gefälschtes „Logo" für die fiktive Kaffeeküche-Firma — enthält oft verzerrten oder unleserlichen Text, weil Sprachmodelle Schriftzeichen in Bildern als Muster behandeln, nicht als Sprache. Für eine Präsentation, die live auf einer großen Leinwand läuft, fällt so ein Fehler sofort auf. Der zweite, wichtigere Punkt betrifft nicht die Technik: Ein Modell kann nicht einschätzen, ob ein Witz über eine reale Person in dieser Runde noch harmlos ist oder nicht mehr. Diese Einschätzung bleibt bei der Person, die die Präsentation zusammenstellt.

Wie selbstverständlich solche Werkzeuge im Arbeitsalltag inzwischen genutzt werden, zeigen die laufenden Erhebungen des Bitkom zum KI-Einsatz in deutschen Unternehmen. Dass ein Modell überzeugend klingt, ohne dass der Inhalt automatisch stimmt, dokumentiert das IAB auch für scheinbar unkritische Aufgaben wie Textentwürfe.

Die OECD-Leitlinien zu KI nennen die menschliche Prüfung als festen Bestandteil eines verantwortungsvollen Einsatzes — bei einer scherzhaften Präsentation heißt das: einmal gegenlesen, ob ein Witz noch bei der Sache bleibt oder auf Kosten einer einzelnen Person geht. Wie schnell sich die zugrundeliegenden Modelle weiterentwickeln, verfolgt der Stanford AI Index systematisch — die Lücke zwischen einer selbstbewusst klingenden und einer tatsächlich passenden Ausgabe wird kleiner, bleibt aber bestehen.

Dieselbe Prüfroutine ist Teil dessen, wofür Arbeitgeber laut PwC AI Jobs Barometer einen Gehaltsaufschlag zahlen — nicht die Fähigkeit, einen Text erzeugen zu lassen, sondern die Fähigkeit, zu erkennen, welche Stelle darin noch eine eigene Einschätzung braucht.

Was du am Montag ausprobierst

  1. Sammle drei banale, aber echte Details aus dem eigenen Team, bevor du überhaupt ein Werkzeug öffnest.
  2. Lass dir nur die Kennzahlen-Gliederung vorschlagen, ohne Inhalte — sechs Folien reichen für eine Feier oder eine Karaoke-Runde.
  3. Trag die drei echten Details selbst in die passenden Folien ein, statt vom Modell erfinden zu lassen.
  4. Lies die fertige Fassung einmal laut mit der Frage: Geht ein Witz auf Kosten einer bestimmten Person? Wenn ja, streich ihn.

Geht es weniger um den scherzhaften Ton als um Aufbau und Zahlen einer echten Arbeitspräsentation, zeigt Gute PowerPoint-Präsentation denselben Ablauf im ernsten Fall. Um die reine Foliengestaltung statt um Inhalt geht es in PowerPoint wie gestalten. Soll zur Präsentation noch eine kurze Rede kommen — etwa bei einer Abschiedsfeier —, zeigt Rede schreiben lassen mit KI, kostenlos denselben Grundsatz für den gesprochenen Teil. Für ein gezeichnetes Porträt der Kollegin oder des Kollegen als Titelbild zeigt ChatGPT-Figur erstellen den Ablauf dafür. Sollen echte Fotos aus dem Team vorher noch geschärft oder aufgehellt werden, zeigt Bilder verbessern mit KI den gleichen Prüfschritt für ein Bild statt für einen Satz. Für dieselbe Sorgfalt bei ernsthaften Büroaufgaben mit KI gilt KI im Büro genauso.

Genau dieses Zusammenspiel — eine seriöse Form von der KI übernehmen lassen und das entscheidende Detail selbst einbringen und prüfen — vermittelt Coursium in kurzen Lektionen fürs Handy. Bleib der KI voraus mit Übungen an echten Aufgaben statt an Demo-Folien. Mehr zu diesem Ansatz steht über Coursium.

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