Gemini Immersive Explorations auf Deutsch: noch Englisch
Gemini Immersive Explorations auf Deutsch: Was Google am 28. Oktober angekündigt hat, warum die Funktion hier vorerst Englisch spricht und wie du sie nutzt.
Gemini Immersive Explorations gibt es in Deutschland, aber vorerst nicht auf Deutsch. Google hat die Funktion am 28. Oktober 2026 im offiziellen Blog angekündigt. Laut Ankündigung läuft sie auf Englisch, Indonesisch, Hindi, brasilianischem Portugiesisch, Französisch und vereinfachtem Chinesisch. Wer Gemini in einer anderen Sprache nutzt, bekommt nach Googles Angaben eine rein englische Version. Weitere Sprachen sollen „bald“ folgen, ein Termin wird nicht genannt.
Dieser Beitrag ordnet ein, was die Funktion ist, wo du sie findest und was die Sprachlücke praktisch bedeutet. Er beruht auf Googles eigenen Unterlagen. Einen eigenen Test der Funktion haben wir nicht durchgeführt, und wir beschreiben keine Oberfläche, die wir nicht selbst gesehen haben.
Was Immersive Explorations sind
Google beschreibt eine Bibliothek interaktiver, bildbasierter Erkundungen. Du wählst ein Thema und gehst Schicht für Schicht tiefer, von planetaren Größenordnungen bis hinunter zu Molekülen und Atomen. Als Beispiele nennt die Ankündigung die Handelswege der Seidenstraße, das Innere eines Strahltriebwerks und die Physik von Blitzen. Du tippst auf eine Beschriftung und öffnest damit die nächste Ebene.
Zwei Dinge sind ausdrücklich angekündigt, aber noch nicht da: eine Audio-Erzählung, die durch jede Ebene führt, und der Aufruf direkt aus einem normalen Chat. Heute liegt die Bibliothek im Student Hub der Gemini-App, erreichbar über die Schaltfläche „Try immersive explorations“. Plane also nicht mit Funktionen, die Google erst in Aussicht stellt.
Kein neues Modell, sondern ein Lernformat
Der Name klingt nach einem eigenen Produkt, ist aber ein Bereich in der Gemini-App. Das unterscheidet ihn von Modellnamen wie bei Gemini 4 Carbon und Datenschutz, wo es um das Modell im Hintergrund geht. Bei Immersive Explorations geht es um die Darstellung: vorbereitete Szenen, durch die du dich klickst, statt eines leeren Eingabefelds.
Eine Vorgeschichte gibt es. Am 7. September 2026 berichtete TestingCatalog über eine unangekündigte Funktion namens Immersive View im Studentenbereich von Gemini. Ob das dieselbe Funktion in einer frühen Fassung war, hat Google nicht bestätigt. Die offizielle Ankündigung mit Sprachliste ist die vom 28. Oktober.
Wo der Student Hub herkommt
Den Student Hub hat Google am 19. August 2026 eingeführt, laut Gemini-Versionshinweisen zusammen mit Lernnotizbüchern auf dem Smartphone. Die Ankündigung zum Semesterstart beschreibt ihn als Sammelstelle für Lernwerkzeuge wie Karteikarten und Übungsquiz. Das dort beworbene Studentenangebot hat eigene Bedingungen je Land; prüfe sie gesondert, bevor du dich darauf verlässt.
Für Schulen und Hochschulen mit Google Workspace for Education ist der Hub seit dem 1. Oktober 2026 freigegeben. Ein Nachtrag im Workspace-Blog vom 19. Oktober ergänzt, dass er nun auch Workspace-Nutzern im Europäischen Wirtschaftsraum zur Verfügung steht. Vorher war das nicht der Fall. Ob ein Schulkonto die Funktion zeigt, hängt außerdem von den KI-Einstellungen ab, die die Administration festlegt.
Was „nur Englisch“ praktisch heißt
Gemini selbst spricht Deutsch; die Sprachliste der Gemini-Web-App führt Deutsch. Die Lücke betrifft also nur diese eine Funktion. Wenn dein Gemini auf Deutsch eingestellt ist, bekommst du die Erkundungen laut Google trotzdem auf Englisch. Das ist eine Sprachfrage, keine Sperre für Deutschland.
Für Erwachsene mit gutem Englisch ist das ein kleines Hindernis. Für eine siebte Klasse kann es den Lerneffekt deutlich mindern, denn Fachbegriffe in einer Fremdsprache verdoppeln den Aufwand. Wer die Funktion im Unterricht einsetzen will, sollte das vorher selbst durchklicken und die Begriffe einer Szene auf Deutsch vorbereiten. Wie man so einen Spickzettel aufbaut, zeigt Lernzettel mit KI erstellen.
Ein Beispiel: die Physik des Blitzes
Angenommen, du öffnest die Szene zum Blitz. Ein sinnvoller Ablauf hat drei Schritte. Erst klickst du dich durch und notierst die englischen Begriffe, die du nicht sicher übersetzen kannst. Dann fragst du Gemini im normalen Chat auf Deutsch nach einer kurzen Erklärung genau dieser Begriffe. Zum Schluss prüfst du eine Aussage gegen eine zweite Quelle, etwa ein Schulbuch.
Erkläre mir diese fünf Begriffe aus einer englischen Lernszene zum Thema Blitz auf Deutsch, jeweils in zwei Sätzen für eine 13-jährige Person. Sag dazu, welche Erklärung eine Vereinfachung ist und wo ich das genauer nachlesen kann.
Der letzte Satz im Auftrag ist der wichtigste. Eine schöne Darstellung ist kein Beleg dafür, dass jede Beschriftung stimmt. Wie du eine KI-Antwort prüfst, ohne selbst Fachmann zu sein, behandelt KI mit Quellen nutzen. Das gilt für bunte Szenen genauso wie für einen Fließtext.
Datenschutz und Konto
Die Erkundungen laufen in der Gemini-App, also unter denselben Regeln wie deine übrigen Gemini-Unterhaltungen. Was gespeichert wird und wie du die Aktivität steuerst, erklärt Googles Datenschutzhinweis für Gemini-Apps. Bei Schulkonten entscheidet zusätzlich die Einrichtung. Gib in Lernszenen keine persönlichen Daten von Schülerinnen und Schülern ein, wenn eine Frage auch ohne sie funktioniert.
Für wen sich ein Blick lohnt
- Lehrkräfte, die anschauliches Material für Naturwissenschaft oder Geschichte suchen und Englisch im Unterricht vertreten können.
- Erwachsene, die ein Thema selbst verstehen wollen und mit englischen Fachbegriffen zurechtkommen.
- Nicht geeignet als alleinige Quelle für Prüfungsstoff, solange weder die deutsche Fassung noch eine unabhängige Prüfung der Inhalte vorliegt.
Wenn du Gemini allgemein besser verstehen willst, hilft Wie funktioniert Gemini? mit einem Beispiel zum Prüfen gegen die Quelle. Für den Unterricht ist KI für Lehrer die breitere Einordnung. Und wer ChatGPT statt Gemini zum Lernen nutzt, findet das passende Vorgehen in ChatGPT zum Lernen nutzen.
Was bleibt
Die Funktion ist ein neues Format, keine neue Wahrheit. Sie macht ein Thema zugänglicher, aber die Arbeit, eine Aussage zu prüfen, bleibt bei dir. Coursium bringt genau diesen Teil bei: KI klare Aufträge geben und Ergebnisse beurteilen, als App auf dem Smartphone, auch auf Deutsch. Der Lernansatz von Coursium erklärt, wie das aussieht. Ein vorbereitetes Übungsbeispiel ohne Anmeldung gibt es unter KI ausprobieren. Coursium liefert keinen Zugang zu Gemini und ist nicht mit Google verbunden.